Literatur & Links: Tierethik
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Wie in kaum einem anderen Gebiet der praktischen Ethik ist die wissenschaftliche Literatur zur Tierethik seit den 1970er Jahren stetig angewachsen und umfasst heute ganze Bibliotheken. Unsere Liste beschränkt sich auf die wichtigsten Beiträge, die vor allem in Form von Monographien vorliegen.
Sie finden auf dieser Seite ein kommentiertes Literaturverzeichnis mit Buchbesprechungen sowie Links zu weiteren Informationen über die zentralen Positionen in der gegenwärtigen Tierethik. Der Schwerpunkt liegt auf der Moralphilosophie und überschneidet sich damit teilweise mit dem spezialisierteren Bereich Tierrechte.
Wenn Sie selbst auf relevante Angaben stossen, die wir noch nicht aufgelistet haben (vor allem interessante Neuerscheinungen), nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Die Liste wird in regelmässigen Abständen aktualisiert.
Bitte beachten Sie auch unseren Disclaimer.
- Ăśbersichtsartikel
- EinfĂĽhrungen in die Tierethik
- Textsammlungen und Anthologien
- Vorläufer der modernen Tierethik
- Klassiker der modernen Tierethik
- Neuere Literatur zur Moralphilosophie
- Tierethik und Naturwissenschaft
- Tierethik, Politik und Gesetz
- Tierethik und Gesellschaft
- Zeitschriften
- Varia
Ăśbersichtsartikel
• Baranzke, Heike
Tierethik (PDF)
Handbuch Ethik, hrsg. M. DĂĽwell et al., Stuttgart: Metzler 2006
Kurzer Übersichtsartikel über die derzeit wichtigsten Ansätze innerhalb der Tierethik.
• Gruen, Lori
The Moral Status of Animals
Stanford Encyclopedia of Philosophy 2003 Online
Informativer Übersichtsartikel über die wichtigsten Positionen in der angelsächsischen Tierethik.
• Nida-Rümelin, Julian
Tierethik (Teil 1) (PDF)
Angewandte Ethik, hrsg. J. Nida-Rümelin, Stuttgart: Kröner 1996.
Darstellung der moralphilosophischen sowie gesetzlichen Grundlagen des ethischen Tierschutzes.
• Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)
Tierethik: Der moralische Status von Tieren
Eberhard Karls Universität Tübingen 2008 Online
Sehr gute Ăśbersicht ĂĽber Positionen und Probleme der modernen Tierethik mit zahlreichen Literaturhinweisen.
• Rippe, Klaus Peter
Tierethik (PDF)
Bioethik, hrsg. M DĂĽwell & K. Steigleder, Frankfurt: Suhrkamp 2003
Gute Ăśbersicht ĂĽber die unterschiedlichen Argumente fĂĽr die Anerkennung des moralischen Status von Tieren.
• Wikipedia: Die freie Enzyklopädie
Tierrechte
Übersichtsartikel über die klassischen Positionen innerhalb der zeitgenössischen Tierrechtsphilosophie. Umfassender ist der englische Eintrag Animal Rights.
• Jean-Claude Wolf
Argumente pro und contra Tierrechte
Information Philosophie 3/2008
Gelungene Gegenüberstellung der wichtigsten philosophischen Argumente für und wider die Anerkennung grundlegender Rechte für Tiere. Wolf gehört zu den renommiertesten Tierethikern im deutschsprachigen Raum. Den Vortrag zum Thema finden Sie als Video hier: Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6.
EinfĂĽhrungen in die Tierethik
• Bekoff, Marc
Das unnötige Leiden der Tiere
Freiburg: Herder Verlag 2001, ca. CHF 25.–
Engagierte, informative EinfĂĽhrung in das Seelenleben der Tiere und was dies fĂĽr unseren moralischen Umgang mit ihnen bedeutet. Nicht bloss fĂĽr Jugendliche geeignet, an die sich Bekoff im Besonderen richtet, sondern fĂĽr alle. Sehr zu empfehlen. Eine Buchsprechung von Matthias Boller finden Sie hier. Bekoff ist einer der wenigen Verhaltensforscher, die aus ihren wissenschaftlichen Untersuchungen ethische Konsequenzen ziehen; eines der zahllosen Beispiele dafĂĽr ist der mit Colin Allen verfasste Aufsatz Animal Minds, Cognitive Ethology, and Ethics (2007). Eine Rede von Bekoff zum Thema Wissenschaft und Tierrechte finden Sie als Video hier. Zusammen mit Jane Godall hat Bekoff zudem die Organisation Ethologists for the Ethical Treatment of Animals (EETA) gegrĂĽndet.
• DeGrazia, David
Animal Rights: A Very Short Introduction
Oxford: Oxford UP 2002, ca. CHF 14.–
Sehr gute Darstellung der gegenwärtigen tierrechtlichen Debatte von einem der kundigsten Tierethiker unserer Tage.
• Flury, Andreas
Der moralische Status von Tieren
Freiburg: Alber Verlag 1999, ca. 60.–
Eine der besten Darstellungen der Positionen von Henry Salt, Peter Singer und Tom Regan in deutscher Sprache. Leider ein teures Buch. Eine Besprechung von Thorsten Ullrich finden Sie hier.
• Francione, Gary L.
Your Child or the Dog? Introduction to Animal Rights
Philadelphia: Temple UP 2000, ca. CHF 28.–
Einführung in die moderne Tierethik; Herleitung des tierrechtlichen Abolitionismus (= Abschaffung jedwelcher Form der Tiernutzung durch den Menschen) auf der Basis der These, dass Empfindungsfähigkeit allein ausreicht, um Lebewesen das Recht einzuräumen, nicht als Eigentum behandelt zu werden. Sehr zu empfehlen. Kurzes Interview zum Buch hier. Francione unterhält ausserdem eine informative Website. Dort findet sich auch eine animierte Darstellung (Slideshow) seiner Auffassung von Tierrechten in deutscher Sprache.
• Garner, Robert
Animal Ethics
Cambridge: Polity Press 2005, ca. CHF 25.–
EinfĂĽhrung in die moderne Tierethik am Beispiel zahlreicher Formen der Tiernutzung. Im Zentrum steht die Frage, ob sich die Tierrechtsbewegung auch der Mittel des traditionellen Tierschutzes bedienen sollte, um an ihr Ziel zu gelangen. Garner meint: ja. Sehr zu empfehlen.
• Ingensiep, Hans Werner & Baranzke, Heike
Das Tier
Stuttgart: Reclam Verlag 2008, ca. CHF 15.–
Handliche Ăśbersicht ĂĽber die Stellung des Tieres in Philosophie, Ethik und Wissenschaft ĂĽber die Jahrhunderte hinweg. Eine Besprechung von Emil Franzinelli finden Sie hier.
• Kaplan, Helmut F.
Tierrechte: Die Philosophie einer Befreiungsbewegung
Göttingen: Echo Verlag 2000, ca. CHF 15.–
Versuch einer GesamtĂĽbersicht ĂĽber Theorie und Praxis der Tierrechtsphilosophie. Sehr gut geeignet fĂĽr EinsteigerInnen. Eine Buchbesprechung von Thorsten Ullrich finden Sie hier.
• Regan, Tom
Animal Rights, Human Wrongs
Lanham: Rowman & Littlefield 2003, ca. CHF 35.–
Gut lesbare EinfĂĽhrung von einem der wichtigsten Tierrechtler der Gegenwart in die zentralen philosophischen Begrifflichkeiten und Positionen der Tierethik. Sehr zu empfehlen.
• Taylor, Angus
Animals & Ethics
Peterborough: Broadview Press 2003, ca. CHF 30.–
Kompakte Ăśbersicht ĂĽber aktuelle Positionen und Argumente in der Tierethik.
• tier-im-fokus.ch
Im Namen der Tiere: ein historischer Ăśberblick
Info-Dossier 11/2009, kostenlos (PDF)
Historischer Abriss ĂĽber die Tierethik seit der Antike, mit Schwerpunkt 20. Jahrhundert. Geeignet fĂĽr EinsteigerInnen.
• tier-im-fokus.ch
Tier, Mensch, Natur: ethische Positionen im Ăśberblick
Info-Dossier 2/2009, kostenlos als BroschĂĽre (PDF)
Darstellung der zentralen Positionen innerhalb der modernen Umwelt- und Tierethik mit etlichen Ăśbersichtstabellen. Geeignet fĂĽr EinsteigerInnen.
Textsammlungen und Anthologien
• Armstrong, Susan J. & Botzler, Richard G. (eds.)
The Animal Ethics Reader
London: Routledge 2008 (2. Aufl.), ca. CHF 35.–
Umfassende Textsammlung mit den wichtigsten Zeugnissen von den Anfängen der Tierethik bis in die Gegenwart.
• Bekoff, Marc (ed.)
Encyclopedia of Animal Rights and Animal Welfare
Westport: Greenwood Publishing Group, ca. CHF 90.–
Nachschlagewerk mit kurzen, aber sehr informativen Einträgen zu den wichtigsten Themen der Tierethik, verfasst von international anerkannten ExpertInnen. Das einzige Manko: ein unverschämt teures Buch.
• Donovan, Josephine & Adams, Carol J. (eds.)
The Feminist Care Tradition to Animals Ethics: A Reader
New York: Columbia UP 2007, ca. CHF 30.–
Aufsatzsammlung zur feministischen Tierethik mit Kritik an der Tierrechtsphilosophie. KnĂĽpft an die frĂĽhere Anthologie der beiden Autorinnen, “Beyond Animal Rights” (1996), an. Eine deutschsprachige Buchbesprechung von Susi Harringer finden Sie hier.
• Garner, Robert (ed.)
Animal Rights: The Changing Debate
New York: New York UP 1997, ca. CHF 28.–
Hochkarätige Beiträge zu den ethischen und politischen Dimensionen der Tierrechtsphilosophie.
• Hursthouse, Rosalind (ed.)
Ethics, Humans and Other Animals
New York: Routledge 2000, ca. CHF 30.–
Ăśberaus nĂĽtzliche EinfĂĽhrung in die wichtigsten tierethischen Positionen mit AuszĂĽgen aus den betreffenden Grundlagentexte. FĂĽr EinsteigerInnen geeignet.
• IAT Heidelberg (Hrsg.)
Tierrechte: Eine interdisziplinäre Herausforderung
Erlangen: Harald Fischer Verlag 2007, ca. CHF 22.–
Interessante Palette an Beiträgen aus Politik, Ethik, Tierschutz und Tierrechtsphilosophie zur moralischen Stellung von Tieren. Eine Buchbesprechung von Emil Franzinelli finden Sie hier. Die Heidelberger Arbeitsgruppe betreute zudem bis 2008 einen Tierethikblog.
• Liechti, Martin (Hrsg.)
Die WĂĽrde des Tieres
Erlangen: Harald Fischer Verlag 2002, ca. CHF 45.–
Breite Palette an Beiträgen aus Philosophie, Tierschutz, Politik und Gesetz zum moralischen Status von Tieren und v.a. zur Frage des Respekts der Tierwürde.
• Linnemann, Manuela (Hrsg.)
BrĂĽder - Bestien - Automaten
Erlangen: Harald Fischer Verlag 2000, ca. CHF 40.–
Sammlung mit wertvollen TextauszĂĽgen von Pythagoras bis Peter Singer. Eine Buchbesprechung von Sina Walden finden Sie hier, eine weitere von Emil Franzinelli hier.
• Singer, Peter (ed.)
In Defense of Animals: The Second Wave
Oxford: Basil Blackwell 2005, ca. CHF 28.–
Der Nachfolgeband von “In Defense of Animals” aus dem Jahr 1985; auch diesesmal geht es darum, Theorie und Praxis der Tierbefreiungsphilosophie aufeinander zu beziehen. Sehr breites Spektrum, hochkarätige Beiträge.
• Sunstein, Cass R. & Nussbaum, Martha C. (eds.)
Animal Rights: Current Debates and New Directions
Oxford: Oxford UP 2005, ca. CHF 25.–
Aktuelle Aufsätze von führenden TierethikerInnen zu Positionen und Problemen von Tierrechten aus philosophischer Sicht.
• Teutsch, Gotthard M.
Mensch und Tier: Lexikon der Tierschutzethik
Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1987 (antiquarisch)
Umfassendes Nachschlagewerk von einem der wichtigsten Theoretiker des ethischen Tierschutzes der 1980er Jahre. Immer noch lesenswert.
• Witt-Stahl, Susann (Hrsg.)
Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen
Abschaffenburg: Alibri Verlag 2007, ca. 34.–
Aufsatzsammlung mit Beiträgen zur Mensch-Tier-Beziehung vor allem aus Sicht der Kritischen Theorie (Frankfurter Schule). Eine Buchbesprechung von Stefan Seidel finden Sie hier.
• Ursula Wolf (Hrsg.)
Texte zur Tierethik
Stuttgart: Reclam 2008, ca. CHF 14.–
Sammelband mit (zum grossen Teil erstmals übersetzten) Beiträgen zu neuen Debatten in der Tierethik, gegliedert in einen moralphilosophischen Teil und einen Anwendungsteil, in dem es u.a. um die Nutzung der Tiere zum Zwecke der Ernährung und Forschung geht.
Vorläufer der modernen Tierethik
• Bentham, Jeremy
An Introduction to the Principles of Morals and Legislation (1789)
Essex: The Athlone Press 1970
In diesem Buch findet sich auf Seite 283 die wohl meist zitierteste Fussnote in der Literatur zur Tierethik. Darin vertritt der Utilitarist Bentham die Auffassung, dass es für die Frage, ob Tiere moralischen Status haben, nicht darauf ankomme, ob sie denken oder sprechen, sondern, ob sie leiden können. Weniger oft wird die unmittelbar daran anschliessende Passage zitiert, in der Bentham klar zum Ausdruck bringt, dass die Tötung von Tieren (etwa zum Zwecke der menschlichen Ernährung) moralisch zulässig sei, da Tiere aufgrund ihrer kognitiven Ausstattung keinen Sinn für die (eigene) Zukunft hätten und der Tod somit für sie nicht zwingend Übel darstelle.
• Dietler, Wilhelm
Gerechtigkeit gegen Thiere (1787)
Bad Nauheim: Asku Presse 1997
Pamphlet des Mainzer Philosophen Wilhelm Dietler (gest. 1797) wider die menschliche Selbstgefälligkeit den Tieren gegenĂĽber. Vermutlich taucht in dieser Schrift erstmals das deutsche Wort “Tierrechte” auf. Eine Buchbesprechung finden Sie hier.
• Gompertz, Lewis
Moral Inquiries on the Situation of Man and of Brutes (1824) (PDF)
Fontwell, Sussex: Centaur Press 1992
Der Brite Lewis Gompertz (1779-1861) argumentiert in diesem Buch gegen den Gebrauch von Tieren zu menschlichen Zwecken aus und erhebt Einwände gegen deren Tötung. Eine deutschsprachige Buchbesprechung finden Sie hier. Gompertz engagierte sich zunächst in der weltweit ersten Tierschutzvereinigung, der 1824 in London gegrĂĽndeten “Society for the Prevention of Cruelty to Animals”, wurde aber bald einmal ausgeschlossen und grĂĽndete daraufhin seine eigene Organisation “Animal’s Friend Society”.
• Nelson, Leonard
Pflichten gegen Tiere (1932)
System der philosophischen Ethik und Pädagogik, Gesammelte Schriften, Hamburg 1964-1970
Vom Göttinger Philosophen und Sozialisten Nelson (1882-1927) ist in der Tierethik zu Unrecht bloss selten die Rede: Nelson räumt Tieren den Status von Personen ein und vertritt Ansicht, dass wir ihnen gegenĂĽber direkte Pflichten haben, die nebst vielem anderem miteinschliessen, dass wir Tiere zum Zwecke der Ernährung nicht töten dĂĽrfen. Eine deutschsprachige Besprechung finden Sie hier. Nelson grĂĽndete Mitte der 1920er Jahre zudem den “Internationalen Sozialistischen Kampfbund” (ISK), deren Mitglieder (rund die Hälfte davon waren Frauen) sich u.a. verpflichteten, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten und einen ethisch motivierten strengen Vegetarismus zu leben. Zu Nelsons Tierethik lesen Sie den Beitrag “Leonard Nelson, vergessener Tierrechtler” von Urs MĂĽller.
• Oswald, John
The Cry of Nature (1791) / Online Version
London: Edwin Mellen Press 2000
Neben Thomas Tyron (1634-1703), John Wesley (1703-1791) und Humphrey Primatt (1725-1780) ein wichtiger Vertreter einer spirituell angehauchten Tierethik im 18. Jahrhundert. Oswald (1730-1793) stand unter dem Einfluss des indischen Brahmanentums und argumentierte fĂĽr den Verzicht auf jedwelche tierliche Produkte.
• Primatt, Humphrey
The Duty of Mercy and the Sin of Cruelty to Brute Animals (1776) / Online Version
London: Centaur Press 1992
Religiös inspirierte Verteidigung der These, dass Tiere schmerzempfindende Lebewesen sind und deshalb einen grundlegenden Schutz geniessen. Eine deutschsprachige Besprechung des Buches finden Sie hier.
• Salt, Henry S.
Animal Rights (1892) / PDF
London: Open Gate Press, ca. CHF 15.–
Das Buch legte den Grundstein fĂĽr spätere Tierrechtstheorien. Salt (1851-1939) hat den Anspruch, die gängigen Argumente fĂĽr die Nutzung der Tiere durch den Menschen zu entkräften und im Gegenzug darzulegen, dass allein der Standpunkt der Tierrechte in sich stimmig ist. Eine solide Auseinandersetzung mit Salts Position findet sich in Kapitel 2 von Andreas Flurys Buch “Der moralische Status von Tieren” (siehe oben); eine deutschsprachige Besprechung von Salts Buch finden Sie hier. Salt grĂĽndete 1981 zudem die “Humanitarian League”, gewissermassen die erste Tierrechtsgruppierung; sie traf sich wöchentlich in einem der neuen vegetarischen Restaurants in London (das erste wurde 1876 eröffnet), wo sich u.a. auch Mahatma Ghandi und Bernard Shaw einfanden. Mehr dazu im Info-Dossier 11b/2009 Im Namen der Tiere (Teil 2) von tier-im-fokus.ch (auch als BroschĂĽre im PDF).
• Schmeiser, Christian Gotthelf
Das thierische Elend
Altenburg 1789
Dieses Buch des protestantischen Geistlichen kann in einem modernen Sinne als tierschĂĽtzerisch bezeichnet werden; darin ist von den Tieren als “Mitgeschöpfen” die Rede, die nicht unnötigerweise gequält werden dĂĽrfen. Vielmehr, so Schmeiser, solle man Mitleid mit ihnen zeigen und ihre WĂĽrde respektieren.
• Schopenhauer, Arthur
Preisschrift ĂĽber die Grundlage der Moral (1841)
Sämtliche Werke, Bd. IV, hrsg. A. Hübscher, Leipzig 1939
Einflussreiche Schrift, in der Schopenhauer (1788-1860) der in seiner Zeit verbreiteten Mitleidsmoral eine theoretische Basis bescherte und damit die GrundzĂĽge einer Tierethik entwickelte, die auch heute noch unter dem Namen “Pathozentrismus” von Bedeutung ist.
• Schwantje, Magnus
Die Beziehungen der Tierschutzbewegung zu anderen ethischen Bestrebungen (1909) / PDF
Berlin 1909
Schwantje (1877-1959), Autodidakt und Verfechter einer “radikalen Ethik” hat eine Vielzahl von interessanten, immer noch lesenswerten Schriften zur angewandten Ethik verfasst (siehe das Verzeichnis im Schwantje-Archiv). DarĂĽber hinaus grĂĽndete der ĂĽberzeugte Pazifist 1907 den ersten Tierschutzverein, der satzungsmässig die Verbreitung des vegetarismus zum Ziel hatte und einen vergleichsweise konsequent tierrechtlerischen Standpunkt vertrat. Diese “Gesellschaft zur Förderung des Tierschutzes und verwandter Bestrebungen” wurde 1918 in “Bund fĂĽr radikale Ethik” umbenannt, Schwantjes Auffassung von radikaler Ethik beruhte u.a. auf dem MitgefĂĽhl (”die Fähigkeit, das Leid und das GlĂĽck anderer Wesen als sein eigenes zu fĂĽhlen”) sowie auf der “Ehrfrucht vor dem Leben”, ein Konzept, das Schwantje gut zwei Jahrzehnte vor Albert Schweitzer (1875-1965) entwickelte. Geradezu legendär war Schwantjes Teilnahme an einer öffentlichen Disputation am Physiologischen Institut der Universität Bern im Jahre 1903, an der sich auch eine Reihe angesehener BefĂĽrworter der Vivisektion beteiligte und die Schwantje argumentativ klar fĂĽr sich entschieden hatte (die Disputation wie auch andere Schriften finden sich im elektronischen Schwantje-Archiv).
• Shelley, Percy Bysshe
Vindication of Natural Diet (1813)
London: Kessinger Publishing 2009, ca. CHF. 15.–
Der Schriftsteller Shelley (1792-1822) gehört zu den exzentrischen Figuren seiner Zeit. In seinem Buch vertritt er einen “naturistischen” Ansatz, demzufolge der Mensch aufgrund seiner natĂĽrlichen Veranlagung oder evolutionären Entwicklung ein Pflanzenfresser sei. Shelley war mit der Feministin und Erfinderin von “Frankenstein”, Mary Wollstonecraft Gowin (1797-1851), verheiratet, die 1792 das Werk “Vindication of the Rights of Women” publizierte. Dieses Buch wiederum provozierte Thomas Taylor (1758-1835) zu einer anonymen Schrift mit dem Titel A Vindication of the Rights of the Brutes (1792), in dem er behauptete, dass man auch Tieren Rechte einräumen mĂĽsse, wenn man Wollstonecrafts Forderung nach Frauenrechten ernst nehmen wolle — eine Idee, die der Philosophieprofessor Taylor natĂĽrlich fĂĽr widersinnig hielt.
Klassiker der modernen Tierethik
• Brophy, Birgit
“The Rights of Animals”
Sunday Times vom 10. Oktober 1965
Eine der InitialzĂĽndungen der modernen Tierbefreiungs- oder Tierrechtsbewegung. Ein Jahr zuvor erschien Ruth Harrisons Buch “Animal Maschines” (siehe unten), ebenfalls 1964 wurde vom Briten John Prestige die noch heute aktive Hunt Sabateurs Association (HSA) ins Leben gerufen; aus ihr hat sich der so genannt radikale Tierrechtsaktivismus der 1970er Jahre herausgebildet.
• Clark, Stephan R. L.
The Moral Status of Animals
Oxford: Clarendon Press 1977 (antiquarisch)
Sorgfältige historisch-systematische Studie ĂĽber den moralischen Status von Tieren. Clark legt den Akzent auf den weit verbreiteten, tierschĂĽtzerischen Grundsatz der Vermeidung unnötiger Schmerzen und prĂĽft, welche Nutzungsformen von Tieren aus Sicht des Menschen tatsächlich “nötig” sind (AuszĂĽge). Clark war neben Singer, Ryder u.a. Mitglied der “Oxford-Group”, die in den 1970er Jahren die moderne Tierethik massgeblich prägte. In späteren Schriften bezieht Clark einen holistischen Standpunkt, demzufolge der Mensch gegenĂĽber der Natur als Ganzes (”Gaia”) direkte moralische Pflichten hat; eine knappe Darstellung dieser Position finden Sie hier in deutscher Ăśbersetzung als hier (mehr dazu im Info-Dossier Nr. 2/2009 Mensch, Tier, Natur von tier-im-fokus.ch; auch als BroschĂĽre im PDF).
• Feinberg, Joel
“Die Rechte der Tiere und zukĂĽnftige Generationen” (Original 1974)
Ă–kologie und Ethik, ed. Dieter Birnbacher, Stuttgart: Reclam Verlag 1980, ca. CHF 10.–
Nach wie vor lesenswerter Text mit grundlegenden Überlegungen zum Begriff des Interesses und der Interessenschädigung.
• Frey, Raymond G.
Interests and Rights: The Case Against Animal Rights
Oxford: Clarendon Press 1980
Kritik an der Auffassung, dass Tiere in einem ernstzunehmenden Sinne Interessen haben. Weil sie keine Sprache besitzen, haben sie auch keine Ăśberzeugungen und WĂĽnsche; ohne Ăśberzeugungen und WĂĽnsche aber ergibt es keinen Sinn, einem Lebewesen Interessen zuzuschreiben. Eine zusammenfassende Darstellung dieser Position gibt Frey in seinem Aufsatz “Rights, Interests, Desires and Beliefs” (1979) (in deutscher Ăśbersetzung als PDF).
• Glodlovitch, Stanley et al. (eds.)
Animals, Men and Morals
New York: Tablinger Publishing 1972
Dieser Sammelband kann als Stein des Anstosses fĂĽr die moderne Tierbefreiungsphilosophie bezeichnet werden. Er war Anlass fĂĽr eine Buchbesprechung, die unter dem Titel “Animal Liberation” am 5. April 1973 in der New York Review of Books erschien und vom australischen Philosophen Peter Singer verfasst wurde. Zwei Jahre später publizierte Singer unter dem selben Titel ein Buch, das noch heute als die “Bibel der Tierrechtsphilosophie” gilt. Einen Text in deutscher Ăśbersetzung von Peter Singer, in dem er auf 30 Jahre Tierbefreiung zurĂĽckblickt, finden Sie hier.
• Harrison, Ruth
Tiermaschinen (engl. Original 1964)
MĂĽnchen: Biederstein Verlag 1965 (antiquarisch)
Zwei Jahre nach Rachel Carsons Werk “Silent Spring”, das die Ă–ko-Bewegung massgeblich prägte, publizierte Harrison ein Buch, in dem anhand zahlreicher Fallstudien (z.B. Kälbermast, Legebatterien) eine profunde Kritik an der industriellen Nutzen und Tötung von Tieren in Massentierhaltungen entwickelt wird. Hatte grossen Einfluss auf Philosophen wie Peter Singer; immer noch lesenswert.
• Linzey, Andrew
Animal Theology. A Christian Assessment of Man’s Treatment of Animals
London: SCM Press 1976 (antiquarisch)
Einer der ersten Versuche, die Forderung nach grundlegenden Rechten fĂĽr Tiere auf der Basis der christlichen Theologie zu begrĂĽnden. Linzey gehörte neben Peter Singer, Richard Ryder u.a. zur “Oxford-Group”, die in den 1970er Jahren die moderne Tierethik massgeblich prägte. Er organisierte 1977 mit Ryder zusammen am Trinity College die erste Tierrechtskonferenz, an der eine Deklaration gegen den Speziesismus verfasst wurde, die von rund 150 Personen unterzeichnet wurde. Linzey leitet seit einigen Jahren das Oxford Centre for Animal Ethics und wird ab 2010 die Zeitschrift Journal of Animal Ethics herausgeben.
• Midgley, Mary
Animals and Why They Matter
London: Penguin Books 1983 (Neuaufl. 1998), ca. CHF 25.–
Tugendethischer Ansatz, der nicht auf Begriffe wie Gerechtigkeit, Rechte oder Freiheit setzt, sondern auf die Nähe oder Verwandschaft zu Lebewesen, aus der sich dann spezielle moralische Verpflichtungen ergeben können (wie z.B. die Pflicht der Fürsorge). Ein Buch, das zu Unrecht selten zitiert wird (Auszüge). Siehe in diesem Zusammenhang auch Info-Dossier 2/2009 Mensch, Tier, Natur von tier-im-fokus.ch (auch als Broschüre im PDF)
• Regan, Tom
The Case for Animal Rights
Berkeley: University of California Press 1983, ca. CHF 30.–
Die nach wie vor ausgefeilteste Theorie ĂĽber Tierrechte. Darin entwickelt Regan u.a. den Begriff von Subjekten-eines-Lebens (”subjects-of-a-life”), die ĂĽber Eigenwert verfĂĽgen, den es zu respektieren gilt. Dies schliesst nebst anderem mit ein, dass wir solche Wesen nicht auf eine Weise behandeln dĂĽrfen, dass sich deren Wert auf den Nutzen und Vorteil reduziert, den wir Menschen daraus haben. Weil nach Regan auch (die meisten) Tiere Eigenwert haben, hat dies letztlich die Abschaffung (= abolition) der gängigen Formen der Tiernutzung zur Folge. Das Buch ist detailliert und argumentativ dicht; dennoch äusserst empfehlenswert. Eine handliche Zusammenfassung seiner Position bietet Regan im Aufsatz “The Case for Animal Rights” (1985) (englisch, deutsch). Eine frĂĽhe Videoaufzeichnung einer Rede von Regan finden Sie hier, ein Vortrag aus dem Jahr 2006 auf Video hier: Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5. Regan verwaltet zudem ein umfangreiches Animal Rights Archive.
• Rollin, Bernard E.
Animal Rights and Human Morality
Buffalo, New York: Prometheus Books 1981 (Neuaufl. 2006), ca. CHF 28.–
Ausführliche Begründung des Arguments, dass Empfindungsfähigkeit nicht bloss eine notwendige, sondern vielmehr bereits hinreichende Bedingung dafür ist, Tieren moralischen Status bzw. grundlegende Rechte einzuräumen. Ein leider selten gelesenes Buch (Auszüge); eine deutschsprachige Besprechung findet sich hier. Rollin ist einer der weniger Tierethiker unserer Tage, die Naturwissenschaft und Ethik aufs Engste miteinander verbinden.
• Ryder, Richard
Victims of Science
London: Open Gate Press 1975 (antiquarisch)
Richard Ryder gehörte wie Peter Singer, Andrew Linzey u.a. zur “Oxford Group” und hatte gegen 1970 den Begriff “Speziesismus” per Flugblätter in die tierethische Diskussion eingebracht (Speziesismus = willkĂĽrliche Bevorzugung bzw. Abwertung von Mitgliedern einer bestimmten biologischen Gattung gegenĂĽber Mitgliedern einer anderen Spezies). In diesem Buch entwickelt Ryder eine argumentativ hochstehende, grundsätzliche Kritik an Tierversuchen.
• Peter Singer
Animal Liberation / Befreiung der Tiere (1975)
Reinbeck: Rowohlt Verlag 1996, ca. CHF 20.–
Gilt als die “Bibel” der Tierrechtsbewegung, obschon sich Singer selbst nicht eigentlich fĂĽr Tierrechte ausspricht. Singer vertritt einen anti-speziesistischen Standpunkt, bei dem die Empfindungsfähigkeit von Lebewesen im Zentrum steht; darauf aufbauend entwickelt er ein Prinzip der gleichen BerĂĽcksichtigung von gleichen Interessen. Im Gegensatz zu vielen TierrechtlerInnen ist Singer nicht der Ansicht, dass Empfindungsfähigkeit ausreicht, um menschlichen sowie nicht-menschlichen Tieren einen prinzipiellen Schutz des Lebens einzuräumen. Eine deutschsprachige Buchbesprechung von Thorsten Ullrich finden Sie hier. Eine bĂĽndige Zusammenfassung der Position Singers findet sich in Kapitel 3 seines umstrittenen Buches Praktische Ethik (2. Aufl. 1993) oder in seinem Aufsatz “All Animals are Equal” (englisch, deutsch).
Neuere Literatur zur Moralphilosophie
• Ach, Johannes S.
Warum man Lassie nicht quälen darf
Erlangen: Harald Fischer Verlag 1999, ca. CHF 45.–
Auseinandersetzung mit den Grundsätzen des ethischen Tierschutzes mit Schwerpunkt Tierversuche. Ein Besprechung von Thorsten Ullrich finden Sie hier.
• Carruthers, Peter
The Animal Issue
Cambridge: Cambridge UP 1992, ca. CHF 30.–
Verteidigung der These, dass sich Tiere ihrer Leiden (und Freuden) nicht bewusst sind und wir somit auch keine direkte Pflichten gegenĂĽber Tieren haben. Eine kurze Darstellung seiner Position in deutscher Ăśbersetzung finden Sie hier.
• Cavalieri, Paola
Die Frage nach den Tieren
Erlangen: Harald Fischer Verlag 2002, ca. CHF 20.–
Die Autorin argumentiert für grundlegende Rechte, die (gewissen) Tieren eingeräumt werden sollten, und zwar auf der Grundlage einer Erweiterung der Theorie der Menschenrechte.
• Cavalieri, Paola & Singer, Peter
Menschenrechte fĂĽr die grossen Menschenaffen: das Great Ape Project (GAP)
MĂĽnchen: Goldmann Verlag 1994, ca. CHF 28.–
Aufsätze für eine Erweiterung grundlegender Rechte für die Grossen Menschenaffen wie das Recht auf Leben, Schutz der indivuellen Freiheit und Verbot der Folter. Breite Palette von Aufsätzen zu diesem Thema aus Philosophie, Verhaltensforschung und Rechtswissenschaft. Das Great Ape Project wurde aus tierrechtlerischer Seite teilweise scharf kritisiert, weil auf diese Weise gewissen Tieren gegenüber anderen (v.a. Nutztieren) moralische Privilegien eingeräumt werden. Eine informative Gegenüberstellung der Argumente pro und contra GAP finden sich im Magazin Tierbefreiung 56/2007).
• Dombrowski, Daniel
Babies and Beasts: The Argument from Marginal Cases
Chicago: University of Illinois Press 1997, ca. CHF 22.–
Auseinandersetzung mit dem “Argument der (menschlichen) Grenzfälle”. Diesem Argument zufolge gibt es fĂĽr jede Eigenschaft, die relevant dafĂĽr ist, um den moralischen Status von Menschen zu begrĂĽnden (z.B. Vernunft, Autonomie, Selbstbewusstsein), immer einzelne Mitglieder der menschlichen Spezies, die ĂĽber diese Eigenschaften nicht verfĂĽgen oder in einem weniger ausgeprägten Sinne besitzen als Mitglieder einer anderen Spezies. Wer davon ausgeht, dass alle Menschen einen moralischen Status besitzen, mĂĽsste entsprechend einräumen, dass zumindest einige Mitglieder der nicht-menschlichen Spezies (wie Tiere) einen mit dem Menschen vergleichbaren moralischen Status aufweisen. Weitere Auseinandersetzungen mit diesem Argument finden sich bei Evelyn Pluhar, “Beyond Prejudice” (siehe unten), sowie bei Robert Garner, “Animal Ethics” (siehe oben).
• Francione, Gary L.
Animals als Persons
New York: Columbia UP 2008, ca. CHF 40.–
Aufsatzsammlung zu Themen des Verhältnisses von Tierschutz und Tierrechte, Tierversuche, feministische Kritik an Tierrechten etc. Die Einleitung eignet sich hervorragend als Einführung in die Grundprobleme der modernen Tierethik.
• Franklin, Julian
Animal Rights and Moral Philosophy
New York: Columbia UP 2005, ca. CHF 25.–
Ein Versuch, im Anschluss an Tom Regan eine kantische Theorie der Tierrechte zu begrĂĽnden.
• Hoerster, Norbert
Haben Tiere eine WĂĽrde? Grundfragen der Tierethik
MĂĽnchen: Beck Verlag 2004, ca. 15.–
Gut lesbare Auseinandersetzung mit den klassischen Positionen der modernen Tierethik.
• Kaplan, Helmut F.
Leichenschmaus
Reinbeck: Rowohlt 1993 (antiquarisch)
Klassiker der deutschprachigen Tierethik. Kraftvolle, philosophische Grundlegung einer tierrechtlichen Position. Nach wie vor ausdrĂĽcklich zu empfehlen.
• Kunzmann, Peter
Die WĂĽrde des Tieres: zwischen Leerformel und Prinzip
Freiburg: Alber Verlag 2007, ca. CHF 34.–
Studie ĂĽber die unterschiedlichen Deutungen des Begriffs der “WĂĽrde des Tieres” und den damit verbundenen moralphilosophischen und gesellschaftspolitischen Problemen.
• Pluhar, Evelyn
Boyond Prejudice: The Moral Significance of Human and Nonhuman Animals
Durham: Duke UP 1995
Sehr interessante, grĂĽndliche Auseinandersetzung mit dem “Argument der (menschlichen) Grenzfälle” (siehe oben, Daniel Dombrowski: Babies and Beasts). Eine deutschsprachige Buchbesprechung finden Sie hier. Pluhar gehört zu den vielseitigsten Tierethikerinnen unserer Tage. Ihre Ansichten ĂĽber den Konsum tierlicher Produkte hat sie u.a. dargelegt in ihrem Aufsatz “The Right not to be Eaten” (2004) (AuszĂĽge in deutscher Ăśbersetzung als PDF).
• Regan, Tom
Defending Animal Rights
Urbana, Chicago: University of Illinois Press 2001, ca. CHF 26.–
Unverzichtbare Aufsatzsammlung zu Themen der Tierrechte, Tierbefreiungsbewegung und Umweltethik.
• Regan, Tom
Empty Cages: Facing the Challenge of Animal Rights
Lanham: Rowmann & Littlefield 2004, ca. CHF 24.–
In diesem Buch stellt Regan die praktischen Konsequenzen in den Mittelpunkt, die sich aus dem Standpunkt der Tierrechte für die Ernährung, Forschung, Unterhaltung (Zoo, Zirkus) etc. ergeben.
• Rippe, Klaus Peter
Ethik im ausserhumanen Bereich
Paderborn: Mentis Verlag 2008, ca. CHF 42.–
Sehr sorgfältige Auseinandersetzung mit nahezu allen wichtigen Ansätzen innerhalb der gegenwärtigen (anglosächsischen) Literatur zur Umwelt- und Tierethik.
• Rowlands, Mark
Animals Like Us
London: Lovo 2002, ca. CHF 22.–
Origineller Versuch, auf der Basis einer Vertragstheorie (im Stile von John Rawls) grundlegende Rechte fĂĽr Tiere einzufordern; kann zugleich als einfĂĽhrender Text gelesen werden (AuszĂĽge). Von Rowlands stammt ĂĽbrigens das Buch Der Philosoph und der Wolf (2009), in dem er seine Erlebnisse mit dem Wolfshund Brenin schildert - ein eindringlicher Text, der zwischen den Zeilen einiges an Tierethik enthält. Ein interessanter Bericht, der auf dieses Buch eingeht, ist Ingolf Bossenz’ Das Dilemma der menschlichen Seele (2009).
• Ryder, Richard
Animal Revolution. Changing Attitudes Towards Speciesism
Oxford: Berg Publishing Books 1989, ca. CHF 35.–
Informative Darstellung der Geschichte der Tierethik, besonders der 1970er Jahre, die Ryder entscheidend mitgeprägt hat. Eine deutschsprachige Buchbesprechung finden Sie hier. Für EinsteigerInnen geeignet.
• Sandoe, Peter & Christiansen, Stine B.
Ethics of Animal Use
Oxford: Blackwell 2008, ca CHF 50.–
Moralphilosophische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen der Tiernutzung, und zwar anhand von konkreten Beispielen aus der modernen Nutztierhaltung. Kann auch als EinfĂĽhrungsbuch benutzt werden.
• Sapontzis, Steve F.
Morals, Reason, and Animals
Philadelphia: Temple UP 1987, ca. CHF 35.–
Auseinandersetzung mit der im abendländischen Denken verwurzelten Idee, dass Tiere deswegen moralisch weniger zählen als Menschen, weil sie nicht über Vernunft verfügen.
• Scruton, Roger
Animals Rights and Wrongs
London: Demos 2000 (1. Aufl. 1996), ca. CHF 22.–
Provokative, aber letztlich konservative Auseinandersetzung mit der Forderung, dass Tiere grundlegende Rechte haben sollten; das Buch enthält einige interessante Überlegungen zur Ungleichbehandlung von Haus- und Nutztieren. Vgl. dazu auch Info-Dossier 26/2009 Heimtiere von tier-im-fokus.ch (auch als Broschüre im PDF).
• Steiner, Gary
Animals and the Moral Community
New York: Columbia UP 2008, ca. 38.–
Interessante Studie mit zahlreichen Argumenten gegen die These, dass Sprachvermögen oder Vernunftbegabung dafür ausschlaggebend sind, wie wir mit Tieren umgehen. Nach Steiner ist diese These selbst in den Theorien von Peter Singer und Tom Regan zu finden.
• Walden, Sina & Bulle, Gisela
Endzeit fĂĽr Tiere: Ein Aufruf zu ihrer Befreiung
Hamburg: Rowohlt 1982 (antiquarisch)
Für den deutschsprachigen Raum frühes Zeugnis eines engagierten, aber wohlfundierten Plädoyers für Tierrechte. Sehr zu empfehlen. Eine kurze Geschichte der (deutschen) Tierrechtsbewegung von Sina Walden finden Sie hier.
• Wolf, Jean-Claude
Tierethik: Neue Perspektiven fĂĽr Mensch und Tier
Erlangen: Harald Fischer Verlag 2005 (1. Aufl. 1992)
Gehört unbestritten zu den Standardwerken der deutschsprachigen Literatur über Tierethik. Immer noch lesenswert, kann auch als Einführung benutzt werden. Der Schwerpunkt liegt auf einer pathozentristischen Begründung des ethischen Tierschutzes. Eine Buchbesprechung findet sich hier.
• Wolf, Ursula
Das Tier in der Moral
Frankfurt a. M.: Klostermann 1990 (Neuaufl. 2003), ca. CHF 22.–
Wie Peter Singer, vertritt auch Wolf die Auffassung, dass Leidens- bzw. Empfindungsfähigkeit in moralischer Hinsicht das entscheidende Merkmal von Lebewesen darstellt. Im Unterschied zu Singer betont Wolf das Mitleid mit empfindungsfähigen Wesen als zentrales Motiv, das unseren moralischen Umgang mit ihnen steuert.
• Zamir, Tzachi
Ethics and the Beast
Princeton: Princeton UP 2008, ca. CHF 50.–
Auseinandersetzung mit den wichtigsten Ansätzen in der gegenwärtigen Tierethik. Kann auch als Einführungsbuch benutzt werden.
Tierethik und Naturwissenschaft
• Balluch, Martin
Die Kontinuität des Bewusstseins
Wien: Guthmann Peterson 2005, ca. CHF 50.–
Konsequent naturwissenschaftliche BegrĂĽndung der These, dass Tiere ĂĽber Bewusstsein verfĂĽgen und deshalb grundlegende Rechte wie das Recht auf Leben und Unversehrtheit haben. Leider teuer. Einen Vortrag von Balluch aus dem Jahr 2008 finden Sie als Video hier: “Das naturwissenschaftliche Argument fĂĽr Tierrechte” (Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5).
• Bekoff, Marc
Das GefĂĽhlsleben der Tiere
Bernau: Animal Learn Verlag 2008, ca. CHF 30.–
Informative, gut lesbare EinfĂĽhrung in das kognitive und insbesondere emotionale Leben von Tieren. Marc Bekoff ist eine der prominentesten Figuren der so genannt kognitiven Ethologie, die sich mit dem Geist der Tiere auseinandersetzt. Wer sich fĂĽr diesen Zweig der Verhaltensforschung interessiert, lese die EinfĂĽhrung von Dominik Perler und Markus Wild im Sammelband Der Geist der Tiere (2005) oder Species of Mind (1999) von Colin Allen und Marc Bekoff (Buchbesprechung von Klaus Petrus). Ein Interview von Klaus Petrus mit Markus Wild ĂĽber den “Geist der Tiere” finden Sie hier.
• DeGrazia, David
Taking Animals Seriously
Cambridge: Cambridge UP 1998, ca CHF 45,–
Sehr interessante Studie ĂĽber den Zusammenhang zwischen Erkenntnissen ĂĽber den Geist der Tiere und moralischen Konsequenzen fĂĽr den Umgang mit ihnen; der Autor argumentiert umsichtig fĂĽr ein Prinzip der gleichen BerĂĽcksichtigung aller Lebewesen mit Interessen.
• Rachels, James
Created from Animals
Oxford: Oxford UP 1991 (antiquarisch)
Buch über Schöpfungslehre und Darwinismus die damit verbundenen unterschiedlichen Auffassungen von der Mensch/Tier-Beziehung. Rachels entwickelt darin auch wichtige Gedanken zu unterschiedlichen Formen des Speziesismus, die nach wie vor Gültigkeit haben (mehr dazu im Info-Dossier 2/2009 Mensch, Tier, Natur von tier-im-fokus.ch; auch als Broschüre im PDF).
• Rodd, Rosemary
Biology, Ethics, and Animals
Oxford: Clarendon Press 1990 (antiquarisch)
FrĂĽhe, nur selten zitierte Studie ĂĽber die moralphilosophischen Konsequenzen aus den Untersuchungen der Verhaltensforschung zum Geist der Tiere. Immer noch lesenswert.
• Rollin, Bernard
The Unheeded Cry
Oxford: Oxford UP 1989 (antiquarisch)
Sehr informatives Buch über die wissenschaftlichen Belege zur Empfindungsfähigkeit der Tiere und den Konsequenzen, die sich daraus für unseren Umgang mit ihnen ergeben. Ein besonderes Gewicht liegt auf Tierversuchen; siehe dazu ein Auszug aus Rollins Buch Animal Rights and Human Morality (1981) in deutscher Sprache.
• Ryder, Richard
Painism: A Modern Morality
London: Open Gate Press 2001, ca. CHF 22.–
Studie über die Rolle des Schmerzempfindens für Theorien über den moralischen Wert von Mensch und Tier; Ryder versucht seinen Ansatz als Alternative zu utilitaristischen Positionen (v.a. Singer) und deontologischen Ansätzen (v.a. Regan) zu konzipieren. Eine deutschsprachige Buchbesprechung von Andrea Heubach finden Sie hier.
Tierethik, Politik und Gesetz
• Benton, Ted
Natural Relations: Ecology, Animal Rights, and Social Justice
London: Verso 1993, ca. CHF 30.–
Tiefsinnige BegrĂĽndung einer ‘tierrechtlerischen’ Position aus konsequent linker Perspektive. Sehr zu empfehlen.
• Bolliger, Gieri et al.
Das Tier im Recht Transparent
ZĂĽrich: Schulthess Verlag 2008, ca. CHF 50.–
Umfangreiches Nachschlagewerk ĂĽber die rechtliche Stellung vor allem von Haustieren (Heimtieren) in der Schweiz. Ist als eine aktualisierte Ergänzung des frĂĽheren Buches von Gieri Bolliger und Antoine F. Goetschel, “Das Tier im Recht” (2003), zu betrachten. Bolliger hat Goetschel als Geschäftsleiter der Stiftung fĂĽr das Tier im Recht abgelöst, die u.a. ĂĽber eine umfangreiche Bibliothek zum Thema “Tierethik und Gesetz” verfĂĽgt.
• Favre, David
Animal Law: Welfare, Interests, and Rights
New York: Aspen 2008, ca. CHF 55.–
Umfassendes Werk von einem der fĂĽhrenden Spezialisten ĂĽber die rechtliche Stellung des Tieres und die Konsequenzen, die sich hieraus fĂĽr tierrechtlerische oder tierschĂĽtzerische Forderungen ergeben.
• Francione, Gary L.
Animals, Property and the Law
Philadelphia: Temple UP 1995, ca CHF 38.–
Detaillierte Auseinandersetzung mit dem rechtlichen Status von Tieren als Eigentum der Menschen anhand konkreter Beispiele. Eine deutschsprachige Besprechung des Buches finden Sie hier. Eine animierte Darstellung (Slideshow) von Franciones Kritik am Eigentumsstatus der Tiere finden Sie in deutscher Sprache hier.
• Francione, Gary L.
Rain Without Thunder: The Ideology of the Animal Rights Movement
Philadelphia: Temple UP 1996, ca. CHF 30.–
Provokative Auseinandersetzung mit der (tierschĂĽtzerischen) Idee, dass sich Tierrechte nur durch eine stete Reformierung der derzeitigen Tiernutzung erreichen lassen. Ein Interview in deutscher Sprache ĂĽber die zentralen Thesen des Buches finden Sie hier. Eine animierte Darstellung (Slideshow) von Franciones Kritik am Tierschutz finden Sie in deutscher Sprache hier.
• Garner, Robert
Animals, Politics and Morality
Manchester: Manchester UP 1993 (2. Aufl. 2004), ca. CHF 30.–
Analyse der Stellung von Tieren im gesellschaftlich-politischen Kontext. Garners Auffassungen wirken auf den ersten Blick orthodox, auf den zweiten und dritten aber äusserst progressiv. Sehr zu empfehlen. Eine Kurzfassung von Garners Auffassung über die gesellschaftliche Stellung findet sich in seinem Aufsatz Political Ideology and the Legal Status of Animals (2002). Es ist zu hoffen, dass Garner bald ins Deutsche übersetzt wird.
• Garner, Robert
The Political Theory of Animal Rights
Manchester: Manchester UP 2005, ca. 90.–
Ausführliche Studie zu Theorie und Praxis der Tierrechtsbewegung (v.a. in Grossbritannien). Der Akzent liegt auf der Frage, wie sich die Forderungen der Tierrechtsbewegung politisch umsetzen lassen und welche Strategien hierfür erfolgversprechend sein könnten. Leider ein sündhaft teures Buch. Ein Kurzfassung der Thesen Garners findet sich in seinem Aufsatz The Politics of Animal Rights (2008).
• Torres, Bob
Making a Killing: The Political Economy of Animal Rights
London: AK Press 2008, ca. CHF 20.–
Kritik an der industriellen Ausbeutung der Tiere aus anarchistischer Sicht; der Autor argumentiert fĂĽr einen abolitionistischen Standpunkt bzw. fĂĽr die Abschaffung jedwelcher Form von Tiernutzung. Bob Torres ist zusammen mit Jenna Torres Autor des Buches Vegan Freak (2005, Neuaufl. 2009) und Anbieter einer Website mit interessanten Podcasts zu tierethischen und veganen Themen.
• Wise, Steven
Rattling the Cage
Cambridge: Perseus Books 2001, ca. CHF 30.–
Versuch zu begrĂĽnden, weshalb (gewisse) Tiere nicht bloss in einem moralischen, sondern auch juridischen Sinne ĂĽber basale Rechte verfĂĽgen sollten. Eine Buchbesprechung finden Sie hier.
Tierethik und Gesellschaft
• Adams, Carol J.
The Pornography of Meat
New York: Continuum 2003, ca. CHF 30.–
Anhand zahlreicher Beispiele wird fĂĽr die These argumentiert, dass der Fleischkonsum in einem engen Zusammenhang mit GewaltausĂĽbung (besonders an Frauen) steht.
• Adams, Carol J.
Zum Verzehr bestimmt
Wien: Guthmann Peterson 2002, ca. CHF 35.–
Interessante Studie über das Verhältnis von Sexismus und dem gesellschaftlichen Druck, Fleisch zu konsumieren.
• Coetzee, John Michael
Das Leben der Tiere
Frankfurt a. M.: Fischer (Original 1999), ca. CHF 18.–
Eigentlich ein literarischer Text ĂĽber Elizabeth Costello, eine ältere intelligente Frau, die in ihrem Sinnieren ĂĽber das Leben auf die Grundfragen der Mensch/Tier-Beziehung gestossen ist und jetzt (wider Erwarten) ĂĽber dieses Thema Vorträge abhält. Das Buch enthält einen ĂĽber weite Strecken unerhört originellen Zugang zu altbekannten tierethischen Problemstellungen. Eine Besprechung von Sina Walden finden Sie hier; vgl. auch ihre Rezension von Coetzees Buch “Elizabeth Costello” hier. Coetzees Werk hat inzwischen viele TierethikerInnen zu Stellungsnahmen veranlasst, so beispielsweise in der englischen Ausgabe von The Lives of Animals (1999) oder in Philosophy and Animal Life (2008).
• Dunayer, Joan
Speciesism
Derwood: Lantern Books 2004, ca. CHF 22.–
Darstellung unterschiedlicher Varianten des Speziesismus (= willkĂĽrliche Bevorzugung bzw. Abwertung von Mitgliedern einer bestimmten biologischen Gattung gegenĂĽber Mitgliedern einer anderen Spezies) mit einigen provokanten Aussagen zu neuen, eher versteckten Formen des Speziesismus (siehe dazu auch Info-Dossier 2/2009 Mensch, Tier, Natur von tier-im-fokus.ch; auch als BroschĂĽre im PDF).
• Irvine, Leslie
Wenn du mich zähmst
London: Demos 2000 (1. Aufl. 1996), ca. CHF 36.–
Sehr informatives Buch ĂĽber die Mensch/Tier-Beziehung mit interessanten Ăśberlegungen zum Sonderstatus von Haustieren im Vergleich zu ‘gewöhnlichen’ Nutztieren (siehe dazu auch das Info-Dossier Nr. 26/2009 Heimtiere von tier-im-fokus.ch; auch als BroschĂĽre im PDF).
• Mason, Jim
The Unnatural Order
New York: Lantern 2005, ca. CHF 35.–
Ausserordentliches Buch über die Selbstverständlichkeit des Menschen, Tiere als Ressourcen zu betrachten, die für ihn da sind. Sehr zu empfehlen.
• Mütherich, Birgit
Der Problematik der Mensch/Tier-Beziehung in der Soziologie
MĂĽnster: Lit Verlag 2004, ca. CHF 30.–
Profunde Auseinandersetzung mit der soziologischen Kategorie “das Tier”, das dem Menschen in erster Linie dazu dient, sich von allem abzugrenzen, was ihm “anders” erscheint. Aspekte ihrer Thesen stellt MĂĽtherich u.a. im Aufsatz Speziesismus, soziale Hierarchien und Gewalt und Die soziale Konstruktion des Anderen: zur soziologischen Frage nach dem Tier dar.
• Munro, Lyle
Confronting Cruelty
Leiden: Brill Academic 2005, ca. CHF 85.–
Ein zu teures Buch eines zu wenig beachteten Soziologen, der sich mit der Tierschutzbewegung befasst und hier insbesondere mit der Frage, welche Herausforderung die Tierrechtsphilosophie an den traditionellen ethischen Tierschutz stellt.
• Noske, Barbara
Die Entfremdung der Lebewesen
Wien: Guthmann Peterson 2008, ca. CHF 55.–
Umfassende Studie ĂĽber die Geschichte der Mensch/Tier-Beziehung und die unterschiedlichen Formen der Tiernutzung. Eine Buchbesprechung von Florian Beiner finden Sie hier.
• Patterson, Charles
“FĂĽr die Tiere ist jeden Tag Treblinka”. Ăśber die UrsprĂĽnge des industriellen Tötens
Frankfurt a. M.: Zweitausendundeins 2004, ca. CHF 25.–
Eindrückliche Dokumentation zur Herrschaft des Menschen über die Tiere, mit zahlreichen Bezügen zur seriellen Tötung von Lebewesen in diktatorischen Regimes (v.a. Nazi-Regime). Sehr zu empfehlen. Eine Buchbesprechung von Ute Esselmann finden Sie hier, eine Rezension von Steve Best zur englischsprachigen Ausgabe hier.
• Steiner, Gary
Anthropocentrism and Its Discontents
Pittsburgh: Pittsburgh UP 2005, ca. CHF 50.–
Sehr ausführliche Auseinandersetzung mit dem Anthropozentrismus als Triebfeder des Umgang mit Tieren in der westlichen Zivilisation. Sollte unbedingt ins Deutsche übersetzt werden, könnte zu einem Standardwerk avancieren.
• Yates, Roger
The Social Construction of Human Beings and Other Animals in Human-Nonhuman Relations
PhD Thesis 2004, Online
Soziologische Analyse der Kategorien “Mensch” und “Tier” sowie der Frage, wie sich diese Kategorien gesellschaftlich entwickeln bzw. beispielsweise durch die Erziehung verfestigen. Roger Yates unterhält zudem eine sehr interessante Website mit hochstehenden Blogs und Podcasts. Sehr zu empfehlen.
Zeitschriften
Im nachfolgenden ist eine Auswahl an Zeitschriften aufgelistet, in denen regelmässig wissenschaftliche oder populärwissenschaftliche Artikel zur Tierethik erscheinen oder erschienen sind:
- Anima: Zeitschrift fĂĽr Tierrechte
- Between the Species: A Journal of Ethics (1984 - 1996)
- Between the Species: An Electronic Journal for the Study of Philosophy and Animals (seit 2002)
- Environmental Ethics
- Etica & Animali
- Humanimalia. A Journal auf Human/Animal Interface Studies
- Journal of Animal Ethics
- Journal of Animal Law and Ethics
- Journal for Critical Animal Studies
- Satya (1994 - 2007)
- Tierbefreiung: das aktuelle Tierrechtsmagazin
- Vegi-Info. Zeitschrift fĂĽr Vegetarismus, Tierrecht und Ethik
Varia
• Film: Das brennende Haus
Sehr anschauliche und unterhaltsame, zugleich informative EinfĂĽhrung in die zentralen Problemstellungen der modernen Tierethik von Caroline Blana und Martin Deffner (ca. 8 Min.).
© 2013 tier-im-fokus.ch (tif)







