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Das Lama

(Lama guanicoë f. glama)

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Das Lama lebt im Tiefland an der Küste sowie an den Steilhängen der über 4.000 Meter hohen Plateaus der südamerikanischen Anden.

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Lamas beim Weiden © Bruno Girin

Ein Lama-Hengst führt eine Herde aus ca. einem Dutzend Stuten. Zusammen mit den Jungtieren besteht die Herde aus etwa 30 Tieren. Mit zwei Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife. Nach einer Tragezeit von 11-12 Monaten wird ein Fohlen, “Cria” genannt, geboren. Selten gibt es Zwillingsgeburten. Mit der Geschlechtsreife werden die männlichen Nachkommen vom Leithengst vertrieben.

Lamas sind sehr genügsam. Sie ernähren sich von Gräsern, krautigen Pflanzen, Sträuchern, Flechten, Blättern und Pilzen. Im Gegensatz zu ihren verwandten Altweltkamelen müssen Lamas regelmässig Wasser trinken. Sie kommen im Grasland ebenso zurecht wie in Halbwüsten und Buschsteppen.

Wenn Lamas sich gestört fühlen, spucken sie den Störenfried mit erstaunlicher Treffsicherheit an. Auf diese Weise verdeutlichen sie die Rangordnung untereinander oder halten sich aufdringliche Artgenossen vom Leibe. Menschen werden normalerweise nicht Opfer solcher Attacken.

Die Gattung der Lamas bilden zusammen mit dem Vikunja (Lama vigucna vigucna) die Gruppe der Neuweltkamele innerhalb der Familie der Kamele. Äusserlich unterscheiden sie sich von Altweltkamelen durch das Fehlen eines Höckers und die geringere Grösse. Die Lama-Gattung wird in drei Arten aufgeteilt. Beim Guanako (Lama guanicoe) handelt es sich um die wildlebende Art. Es wird angenommen, dass das Lama (Lama glana) sicher und das Alpaka (Lama pacos ) wahrscheinlich aus dem Guanako gezüchtet wurde. Die genauen Ursprünge lassen sich vermutlich nie nachvollziehen, da die vier Arten der Neuweltkamele untereinander fruchtbar sind.

Die Domestikation erfolgte bereits im dritten Jahrtausend vor Christus. Anfangs diente das Lama vor allem als Lasttier. Ein Lama kann pro Tag ca. 20 km mit rund 30 kg Last bewältigen.

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Daneben wurde und wird auch die Wolle genutzt, wobei hierfür eher Alpakas eingesetzt werden, da ihr Vlies mehr Ertrag einbringt. Durch selektive Züchtung wurde beim Alpaka der Anteil der groben Grannenhaare zu Gunsten der feinen Unterwolle reduziert beziehungsweise ganz eliminiert. Ausserdem assen die indianischen Völker der Anden das Fleisch des Lamas, fertigten aus seiner Haut Leder, machten aus seinem Fett Kerzen und nutzten seinen Dung als Brennstoff. Im Inkareich wurden Tiere gleicher Fellfärbung als heilige Herden gehalten, um entsprechend den Göttern geopfert werden zu können.

In unzugänglichen Regionen der Anden werden Lamas immer noch als Lasttiere verwendet. Heute werden sie jedoch vorwiegend wegen ihres Fleisches und ihrer Wolle gehalten. Inzwischen werden Lamas auch ausserhalb Südamerikas gezüchtet. Seit einiger Zeit werden sie in Zoos und Zirkussen zur Schau gestellt und dressiert. Aktivitäten mit Lamas und Alpakas in Form von Trekkings, kleinen Erlebnistouren, Kindergeburtstagen und Hindernisparcours erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nicht zuletzt werden Lamas wegen ihrer Geduld und Feinfühligkeit für Tiergestützte Therapie und Pädagogik eingesetzt.

Population des Lamas
in Südamerika (im 15. Jhd.): über 10 Millionen
in Südamerika (heute): ca. 3 Millionen
in den USA (heute): ca. 100.000
in der Schweiz (2009): 1.341 Lamas // 1.422 Alpakas

Lebenserwartung
in Freiheit: 15-25 Jahre
in Gefangenschaft: bis 21 Jahre

Jährliche Produktion von Alpakawolle
in Peru: ca. 3.400 Tonnen
weltweit: ca. 4.250 Tonnen
Preis für Alpakafaser (beste Qualität): 20-30 Dollar/kg

Jährlicher Konsum in Peru
Lamafleisch: ca. 8.000 Tonnen
Alpakafleisch: ca. 10.000 Tonnen

Trekkinganbieter in der Schweiz (2010): 38
Anerkannte Organisation für die Ausbildung von Lama- und Alpaka-Halter/innen in der Schweiz (2010): 5

Preis für Zuchttiere
Hengste: 1.500 bis 2.500 Euro
Stuten: 2.500 bis 5.000 Euro

Quellen: Wikipedia // Verein der LAMA- und ALPAKAhalter Schweiz // Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) // Lama im Tierporträt // Benecke, N.: Der Mensch und seine Haustiere. Stuttgart 1994 // Royal Alpaca // blue-lamas.com

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