Die Ratte

(Rattus)

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Ratten leben in Gruppen von bis zu 60 Tieren überwiegend in Wäldern. Ihre Gruppenmitglieder erkennen sie am Geruch. Eindringlinge werden von den territorialen Tieren verscheucht oder getötet. Als Allesfresser ernähren sich die meisten Arten überwiegend mit pflanzlicher Nahrung.

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Die Wanderratte ist die Wildform der sogenannten “Farbratten” (Rattus norvegicus f. domestica) © Imago

Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere leben je nach Art am Boden in Erdbauten und Felsspalten oder als gute Kletterer in Bäumen. Die Anzahl der Würfe pro Jahr hängt vom Klima ab; und kann bis zu 12 Würfe betragen. Nach einer Tragezeit von ca. 25 Tagen kommen je nach Art ca. 8 Neugeborene auf die Welt, Wanderratten können bis zu 22 Junge gebären. Bei der Geburt sind die Jungen nackt und blind, mit 15 Tagen öffnen sich ihre Augen und ihr Fell ist vorhanden. Mit ca. 22 Tagen verlassen sie ihr Nest und sind mit durchschnittlich 3 Monaten geschlechtsreif.

Der Geruchsinn der neugierigen und lernfähigen Ratten ist sehr gut entwickelt und dient neben der Nahrungssuche auch der Kommunikation unter den Artgenossen. Wegen des ausgeprägten Gehörs hören sie, wie alle Kleinnager, Töne bis in den Ultraschallbereich. Auch das Gleichgewichtsorgan ist komplex und sehr leistungsfähig.

Weltweite Verbreitung im Gefolge des Menschen haben die Haus- und Wanderratten insbesondere per Schiff erlangt, weshalb sie auch als “Schiffsratten” bekannt sind. Jedoch hatte ihre “Einbürgerung” negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt von Inseln. Deshalb wurde die Ratte auf vielen dieser Inseln wieder ausgerottet. Auch als Nahrungsmittelschädling und Krankheitsüberträger wurden und werden sie vielfach bekämpft.

Die Wanderratte ist die Wildform der sogenannten “Farbratten”, die durch Züchtung den Ansprüchen und Bedürfnissen des Menschen angepasst wurden. Im 19. Jahrhundert hielten Rattenfänger Tiere gefangen, um ihr Verhalten zum einfacheren Einfangen zu studieren. Gleichzeitig waren vor allem in England und den USA Schaukämpfe mit Ratten eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Unterschicht.

laborratte

“Laborratte”

Zusätzlich wurden die Tiere für Forschungs- und Versuchstierlabore gezüchtet. Im Jahre 1906 begann das “Wistar Institute for Anatomy and Biology” der Universität Pennsylvania (USA), gezielt standartisierte “Laborratten” zu züchten. Diese sind in vielen Forschungslaboratorien auf der ganzen Welt unter dem Namen Wistar-Ratte vertreten. Daneben wurden Ratten auch als Futtertiere für Reptilien gezüchtet.

Die eigentliche Domestikation begann etwa anfangs des 20. Jahrhunderts. Albinos von Wanderratten wurden in fahrenden Zirkussen ausgestellt. Dabei stellte man fest, dass deren Nachkommen immer zahmer und friedlicher wurden. Ratten als Heimtiere wurden ab den 1980er Jahren zunächst von Punks entdeckt. Inzwischen werden sie in verschiedenen Fellfarben gezüchtet, was ihnen den Namen “Farbratten” einbrachte. Da die heutigen Heimtierratten aus “Laborratten” gezüchtet wurden und ihre Vitalität durch jahrelange Inzucht geschwächt ist, erkranken die meisten Tiere an den Erbfehlern wie z.B. Atemwegserkrankungen oder Tumore. Zudem leiden viele Arten unter aus Qualzuchten resultierenden Problemen und Krankheiten.

Die Zahl der Hausratten ist in Europa rückgängig. Hingegen nimmt die Population der Wanderratten in einzelnen Dörfern und Städten stark zu. Ursachen dafür sind die warmen Temperaturen der letzten Jahre, vermehrt weggeworfene Nahrungsmittel und optimaler Lebensraum durch die intensive Landwirtschaft und riesigen Getreidesilos. In solchen Orten florieren entsprechend “Schädlingsbekämpfungs”-Institutionen.

Lebenserwartung: 2-3 Jahre

Population (2011 geschätzt)
Schweiz: 8 Mio. (= 1 Ratte / EinwohnerIn)
Deutschland: 160 Mio. (= 2 Ratten / EinwohnerIn)
Zentrum Paris: 6 Mio. (= 10 Ratten / EinwohnerIn)

Tierversuche (Schweiz 2010): 139.317 Ratten

Quelle: Wikipedia // rattenclub.ch // Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) // Planet Wissen // sueddeutsche.de // Tierversuchsstatistik

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