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Odysseus

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Als einige Vereinsmitglieder Odysseus 1996 zum ersten Mal begegnen, ist er drei Wochen alt. Er liegt auf einigen Strohhalmen in einem engen, eisernen Gatter mitten auf einem Walliser Bauernmarkt. Menschen stehen um ihn herum, begutachten ihn und diskutieren, wie viel er wohl wiegt. Wer das Gewicht des winzigen Stierkalbes am genauesten errät, dem soll das Tier gehören.

Für den Gewinner ist klar: Der kleine Bulle soll gemästet und nach dreiviertel Jahr geschlachtet werden.

Da schreiten die anwesenden Vereinsmitglieder ein. Sie können nicht einfach zusehen, wie das Tierkind seinen sicheren Gang ins Schlachthaus antritt. Sie entscheiden sich, dem Gewinner das Kalb abzukaufen. Nach ein paar Tagen in einer provisorischen Unterkunft im Wallis, beginnt die Odyssee des Stierkalbes. Da er noch nicht grösser als ein Hund ist, reist er auf einem Strohbett in einem Kombi zu dem Bauernhof im Berner Seeland, auf dem er seine frühe Kindheit verbringen wird.

Aber bald braucht Odysseus mehr Auslauf und eine grössere Weide. Und so zieht er in die Nähe von Neuenburg, wo er in einer Herde mitlaufen kann. Im Winterquartier, einem Laufstall mit befestigtem Hof, werden ihm seine inzwischen grossen Hörner jedoch zum Problem. Und wieder muss er umziehen.

Lange Zeit lebt Odysseus mit Minotaurus, Tamay und Baybora auf einer Ganzjahresweide mit Offenstall in der Westschweiz. Sein Walliserblut – er ist ein Evolène-Rind – ist nicht zu verkennen: Er gibt in der kleinen Herde klar den Ton an. Wenn er mit seinen ausladenden Hörnern und seiner kräftigen Statur vor einem steht, beeindruckt seine wilde Schönheit immer wieder.

Seit Ende April 2010 lebt Odysseus nun mit seinen Gefährten auf einem neuen Gut im Emmental. Neben einem grossen Offenstall stehen ihm auch weitläufige Weiden zur Verfügung.

Odysseus hat nur ein Leben, sein Leben. Dank dem Einsatz unseres Vereins und seinen UnterstĂĽtzerInnen kann er ein friedvolles Dasein abseits menschlicher NutzungsansprĂĽche fĂĽhren.

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